WENN SELBSTZWEIFEL ZU SCHUTZ WERDEN - und wie ich ihnen begegne
Selbstzweifel begleiten mich schon lange. Sie sind nicht nur Gedanken, die hin und wieder auftauchen, sondern manchmal fast ein Grundrauschen in meinem Kopf. Sie stellen mich infrage, lassen mich an mir selbst zweifeln und halten mich oft davon ab, einfach nur zu sein. Doch was mich am meisten bewegt, ist die Erkenntnis, dass meine Zweifel nicht nur in meinem Kopf existieren. Sie zeigen sich in meinem Körper, sie manifestieren sich in meinem Gewicht, sie werden sichtbar in dem Schutz, den mein Körper unbewusst für mich aufbaut.
Man sagt doch so schön, Stress wirkt sich auf den Körper aus. Manche Menschen nehmen ab, wenn sie emotional belastet sind, andere nehmen zu. Als ich jünger war, gehörte ich zu der ersten Gruppe. Bei Stress und Trauer verschwand mein Hunger, mein Körper wurde leichter, als würde er mit jeder Krise einen Teil von sich loslassen. Doch irgendwann hat sich das geändert. Nach jeder Niederlage, nach jedem emotionalen Rückschlag, insbesondere nach Trennungen, reagierte mein Körper plötzlich anders. Innerhalb weniger Wochen nahm ich zu, ohne meine Gewohnheiten zu verändern. Zehn Kilo mehr, ohne dass ich mehr gegessen oder weniger Sport gemacht hätte. Es fühlte sich an, als würde mein Körper sich selbst gegen die Aussenwelt wappnen, als würde er mich schützen wollen, indem er eine Art Barriere aufbaute.
Lange Zeit habe ich dagegen angekämpft, habe mich gefragt, warum mein eigener Körper mir so etwas antut. Erst Jahre später habe ich verstanden, dass er es nicht gegen mich, sondern für mich getan hat. Er hat mich nicht verraten, sondern beschützt. Mein Körper hat sich nie gegen mich gestellt, sondern er hat auf meine inneren Kämpfe reagiert. Er hat festgehalten, wo ich loslassen wollte. Er hat mich in eine Art Schutzpanzer gehüllt, wenn ich mich verletzt und angreifbar gefühlt habe.
Doch damit bin ich nicht allein. Wir ziehen oft das an, was wir über uns selbst denken. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich mich oft selbst mit harten Worten betrachtet. Ich war selten liebevoll mit mir selbst. Kein Wunder also, dass ich immer wieder auf Menschen getroffen bin, die mich auf mein Äusseres reduziert haben. Zufall? Wohl kaum. Ich habe ausgestrahlt, was ich innerlich über mich gedacht habe. Zweifel sind nicht nur ein Feind, sie sind ein Schutzmechanismus. Sie gaukeln uns vor, dass sie uns vor Schmerz bewahren, doch in Wahrheit halten sie uns nur davon ab, unser volles Potenzial zu leben. Denn wenn ich mich selbst kritisiere, dann tut es weniger weh, wenn es andere tun. Wenn ich mich selbst kleinmache, kann es niemand anderes tun. Doch genau diese Strategie hält mich gefangen – wie eine unsichtbare Mauer, die ich selbst errichtet habe.
Lange Zeit war mir nicht bewusst, dass diese Zweifel mehr als nur Gedanken waren. Sie waren tief verankerte Glaubenssätze, die mich daran hinderten, mich selbst in meiner ganzen Kraft zu sehen. Sie schlummerten in mir, formten mein Selbstbild und hielten mich in einem Kreislauf aus Unsicherheit und Selbstkritik gefangen. Doch irgendwann spürte ich, dass es so nicht weitergehen konnte. Mit ThetaHealing begann ich, diesen Glaubenssatz aufzubrechen. Ich erkannte, dass ich nicht meine Zweifel bin. Ich verstand, dass ich mich nicht länger von alten Mustern steuern lassen wollte. Und ich erlaubte mir, mich selbst neu zu sehen – nicht als fehlerhaft, sondern als wachsend, als stark, als genug. Aber Erkenntnis allein verändert noch nichts. Veränderung braucht Handlung. Ich habe beschlossen, meine Zweifel nicht mehr einfach nur hinzunehmen. Ich will ihnen etwas entgegensetzen. Deshalb habe ich mir ein Ziel gesetzt. Ich werde wieder am Lauerzerseelauf teilnehmen. Nicht, weil ich mir oder anderen etwas beweisen muss, sondern weil ich mir zeigen möchte, dass ich aus meinen Zweifeln heraustreten kann. Weil ich meinen Körper nicht länger als Feind sehen will, sondern als Partner, der mich durch jede Phase meines Lebens trägt. Weil ich lernen möchte, mir selbst mit mehr Liebe, Vertrauen und Respekt zu begegnen. Und genau das werde ich tun. Schritt für Schritt, Lauf für Lauf, mit jedem Atemzug ein Stück mehr im Vertrauen – in mich, meinen Weg und meine eigene Stärke. Ich tue es für mich. Weil ich meinen Wert nicht an einer Zahl auf der Waage messen will. Weil ich nicht zulassen möchte, dass meine Selbstzweifel mir diktieren, was ich tun oder lassen sollte. Weil ich lernen will, dass mein Körper mein Verbündeter ist, nicht mein Feind.
Ich werde diesen Weg mit dir teilen. Nicht, weil ich mich in den Mittelpunkt stellen will, sondern weil ich weiss, dass so viele von euch dieselben Gedanken kennen. Ich weiss, dass ich nicht allein bin mit diesen Gefühlen. Und wenn ich mit meinen Worten auch nur eine einzige Person inspirieren kann, sich selbst mit ein bisschen mehr Liebe und Nachsicht zu begegnen, dann habe ich schon gewonnen.
Denn am Ende geht es nicht darum, ob wir zweifeln. Es geht darum, was wir trotz unserer Zweifel tun. Es geht darum, weiterzugehen, auch wenn die innere Stimme oder von aussen gesagt wird, dass wir es nicht können. Es geht darum, uns selbst nicht aufzugeben. Denn wir sind so viel mehr als unsere Zweifel. Jeder von uns trägt eine Einzigartigkeit in sich, die nicht durch Ängste oder alte Muster begrenzt werden sollte. Ich bin einzigartig. Du bist einzigartig. Also lass uns den Mut haben, diese Einzigartigkeit voll und ganz zu leben, ohne Kompromisse und ohne Selbstzweifel, sondern in voller Kraft.
- Zerrin -